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Feldberichte vs. Kultbuch
Die Feldberichte sind storylastig und sollen ein Gefühl für die Spielwelt vermitteln, während die Kultbücher gestrichen voll mit Infos sind. Nun, ich werde es mir kaum verkneifen können, die eine oder andere Geschichte einzubauen - ein "dies und das ist so und so"-Buch aus Autorensicht wird das Spitalier-Kultbuch nicht werden: Das persönliche Empfinden der Spitalier oder auch Außenstehender wird wie immer die Wahrnehmung des Lesers bestimmen. Du wirst dir überlegen müssen, wem du glaubst und wer übertreibt.
Der Schwerpunkt liegt allerdings auf spielrelevanten Infos. Ich zähle mal ein paar auf:
Außenposten
Phosphorsäure spritzt aus feinen Düsen in den stählernen Kessel des Fermenters und reguliert den pH-Wert des Substrats, in Drucköfen vulkanisieren schwarze Lappen aus polymerisiertem Chloropren zum Grundmaterial der Spitalieranzüge, Pharmazeutiker füllen Chlorgas in faustgroße Zylinder, schrauben danach Zündkapseln auf. Chemikalien, mineralien- und erzreiche Erden, Pilzkulturen in Petrischalen, abgebaut und eingekauft in ganz Europa, verladen auf Pferdegespanne oder röhrende Transporter, dies alles landet schließlich im Appendix. Pharmazeutiker zerreiben Salze zwischen den Fingern, notieren die Körnigkeit, nicken den Pflegern zu. Diese hieven die Säcke von den Ladeflächen in die Loren. Ein Pfleger mit einer schlammverschmierten Schürze und verwittertem Gesicht stolpert und setzt seine Ladung hart auf den Boden. Andere schieben ihn zur Seite, blicken ihn nicht an, wuchten nur den Sack über die Stahlwandung der Lore. Für Worte reicht die Kraft nicht. Es ist eine schwere Arbeit, aber hier in den Schneisen ist die Luft wenigstens besser als in den Siechenvierteln.
Ein Rückkopplung kreischt von einem Lautsprechermast, stabilisiert sich zu einem monotonen Tröten mit schmerzhaften Obertönen. Die Fahrer schrecken auf, setzen sich zurecht und werfen die Motoren der Transporter an. Getriebe knirschen, dann rucken die Fahrzeuge voran und lassen die Pfleger in einer Wolke aus Ruß und Dieselgestank zurück. Der nächste Konvoi wartet bereits.
Ohne diese Lieferungen wäre das Spital eine staubige Hütte von Knochenflickern und Zahnreißern. Mit den Lieferungen ist es ein Tempel von Heilern, die Wunder vollbringen.
Im Spitalier-Kultbuch decken wir die Infrastruktur auf, die dahinter steckt: Was kommt woher und welche Probleme bringt es mit sich? Wie sichern die Preservisten die Routen und wie viel von ihrem alten Einfluss mussten sie im letzten Jahr an die Richter abtreten?
Hardware
2073: Der Krankenhauskomplex, der Jahrhunderte später als das Spital bekannt werden soll, ist eine Wunderwelt aus vieräugigen Kreislichtern, Monitoren mit flackernden Kurven, Maschinen mit gegensätzlich rotierenden Tori, Verkabelung, Glitter, empfindlichster Elektronik, eingewoben in Schürzen und Kitteln. Dann kamen die Asteroiden.
Welche Gerätschaften konnten wieder in Gang gesetzt werden? Was mussten die Spitalier dafür auf sich nehmen, welche Bündnisse waren nötig?
Beispielsweise erfahrt ihr, dass das Elektronenrastermikroskop nur mit Hilfe des Kartells in Gang gesetzt werden konnte. Inzwischen kommt niemand mehr an Bosch und seinen Schrottern vorbei - seit Jahren schon besetzen sie in der Staublunge die Ruinen der Krankenhäuser. Was den Preservisten nicht ganz recht ist. Doch noch überwiegen die Vorteile: Die alten Geräte zu bergen geht schneller denn je, und alles, was das Kartell dafür fordert, sind Enklaven-Ärzte. Gut, dass es immer jemanden zu bestrafen gilt.
[Eine erste Skizze des Rasterelektronenmikroskops - und keine Sorge, dass es hinterher zu sci-fi-mäßig aussieht. Das wird alles noch düsterer.]
Dann werdet ihr noch ausführliche Beschreibungen von diverser Ausrüstung im Buch finden: Injektionspistolen der Anästhesisten, Apothekarium, Hygieniker-Vollanzug, Preservisten-Variante, Pestizidbomben, Spreizeraufsätze, Chlorgasgranaten + Werfer, etc.
Jau, das reicht für heute. :-)
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